Warum sich manche Menschen im Halbdunkel wohler fühlen: Psychologen liefern eine überraschende Erklärung

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Warum sich manche Menschen im Halbdunkel wohler fühlen: Psychologen liefern eine überraschende Erklärung

Manche Menschen fühlen sich im Dunkeln wohler, und Psychologen erklären uns, warum.

Wohlbefinden wird oft mit einem lichtdurchfluteten Raum und offenen Fenstern in Verbindung gebracht. Doch einige Menschen fühlen sich wirklich besser, wenn das Licht dimmt, als ob das Dämpfen des Raumes ihren Emotionen und Empfindungen Ruhe verschaffen würde. Abseits der Klischees von Schatten und Licht könnte diese Anziehung zum Halbdunkel eine sehr spezielle Art und Weise aufzeigen, sich in einer mit Reizen gesättigten Welt zu schützen.

Eine Schutzbarriere gegen Überstimulation

Helles Licht tut nicht nur „erhellen“: Es regt an. Es betont Details, offenbart Unvollkommenheiten, macht alles schärfer, präsenter. In einem Open Space, einem Laden oder einem Klassenzimmer können diese Lichter den Eindruck vermitteln, ständig im Rampenlicht zu stehen, produktiv sein oder eine Rolle einnehmen zu müssen. Unser Organismus reagiert auf Licht: Wenn es intensiv ist, bereitet er sich auf die Aktion vor, und wenn es abnimmt, richtet er sich auf Ruhe ein.

Für ängstliche, hypersensible oder leicht überwältigte Menschen ist diese ständige Exposition ermüdend. Zu viel Licht bedeutet zu viele Informationen: Farben, Bewegungen, Gesichter, Reflexionen. Das Gehirn muss alles filtern, alles verarbeiten, alles ordnen. Auf lange Sicht wird es müde.

Eine Strategie zur Beruhigung des Gehirns

Wenn sich diese kognitiv und sensorisch schnell gesättigten Profile im Schatten wiederfinden, erlauben sie sich, mehr sie selbst zu sein, und können ihren tiefsten Gedanken freien Lauf lassen.

Die Wahl des Halbdunkels ist ein Akt innerer Sicherheit

Das erklärt uns die Therapeutin Ambre Franrenet Cazaudehore. Am Abend, in einem Zimmer mit gedämpfter Beleuchtung, in einem Kino, in einem leicht dunklen Café, atmen diese sensiblen Persönlichkeiten besser. Die Reduzierung sensorischer Reize, insbesondere durch das Verweilen für einige Minuten in gedämpftem Licht, kann dazu beitragen, dem Nervensystem ein Signal der Beruhigung zu senden.

Ein sensorischer Kokon für Hypersensible

Laut einer in der Zeitschrift Nature veröffentlichten Studie erfahren wir, dass die Lichtintensität die Gehirnkreisläufe des Wachseins und die biologischen Rhythmen direkt beeinflusst, was allmählich eine Rückkehr in einen Ruhezustand fördert. Schnelle Aufgaben, unmittelbare Antworten, soziale Reflexe weichen einer anderen Qualität der Aufmerksamkeit: langsamer, breiter, innerlicher.

Im Halbdunkel ist das Gehirn nicht mehr dazu aufgefordert, jedes Detail der Außenwelt zu analysieren. Es kann sich dem zuwenden, was im Inneren geschieht: Erinnerungen, Fragen, Intuitionen, mentale Bilder. Sich bewusst im Halbdunkel aufzuhalten, sendet daher dem Körper eine klare Botschaft: „Man hört auf, in einem Zustand der Hypervigilanz zu sein, um einen sicheren Kokon zu genießen“, erklärt die Expertin. Diese sensorische Neuordnung hat daher etwas Reinigendes: Sie verbindet mit einfachen, unmittelbaren Empfindungen, anstatt uns im ständigen visuellen Fluss zu verschließen. Für Menschen, die im Kontakt mit anderen schnell erschöpft sind, kann diese Strategie auch ein Schritt in Richtung eines nachhaltigen Glücks.

Quellen:

  • „60 Tricks zur Stressfreiheit“ von Ambre Franrenet Cazaudehore, erschienen bei Trédaniel
  • Studie „Licht als zentraler Modulator zirkadianer Rhythmen, Schlaf und Stimmung“, geleitet von Tara LeGates

In Kürze

  • Eine Expertin erklärt uns, dass manche Menschen sich im Halbdunkel wohler fühlen.
  • Helles Licht regt an und kann für ängstliche oder hypersensible Menschen ermüdend sein.
  • Die Wahl des Halbdunkels kann eine beruhigende Strategie sein, um ein sensorisches Gleichgewicht und inneres Wohlbefinden zu erreichen.