Großeltern, die eine wertvolle Rolle für das Glück ihrer Enkelkinder spielen, wissen auch, diese Grenze nicht zu überschreiten
Entdecken Sie, was Großeltern im Alltag für die Entwicklung von Kindern so wertvoll macht.
Großeltern nehmen in vielen Familien einen zentralen Platz ein. Über ihre emotionale Rolle hinaus zeigen mehrere wissenschaftliche Studien, dass sie zur emotionalen Entwicklung von Kindern, zur familiären Stabilität und zum intergenerationellen Wohlbefinden beitragen. Einige weisen jedoch darauf hin, wie schwierig es heute sein kann, diese Rolle zu erfüllen. Régine Florin, Präsidentin der École des Grands-Parents Européens, erläutert uns diese neue intergenerationelle Herausforderung und hebt die entscheidende Voraussetzung hervor, damit die ganze Familie die generationsübergreifende Bindung voll ausschöpfen kann: „Es gibt eine goldene Regel: nicht in die Erziehung eingreifen“, erklärt sie. Wird diese Regel beachtet, können Großeltern jene wertvolle Rolle einnehmen, die sie als tragende Säulen innerhalb der Familiendynamik auszeichnet.
Eine einzigartige emotionale Unterstützung für das Kind
In der Entwicklungspsychologie werden Großeltern häufig als sekundäre Bindungspersonen betrachtet – nach den Eltern. Ihre regelmäßige und beruhigende Präsenz kann die emotionale Sicherheit des Kindes fördern. Eine 2009 im Journal of Family Issues veröffentlichte Studie zeigt, dass Kinder mit einer engen Beziehung zu ihren Großeltern mehr emotionales Wohlbefinden und weniger Verhaltensauffälligkeiten aufweisen.
Mehrere Expertinnen und Experten betonen zudem, dass Großeltern oft einen weniger konfliktreichen Beziehungsraum bieten als Eltern – und damit Zuhören, Vertrauen und Selbstwertgefühl fördern. Wenn es also nur eine goldene Regel gibt, wenn man Großeltern ist, dann die, den Enkelkindern zu ermöglichen, sich in Vertrauen zu entfalten – ohne Druck und ohne Urteil.
Weitergabe von Werten und familiärer Identität
Soziologinnen und Soziologen betrachten Großeltern als zentrale Akteure der kulturellen und familiären Weitergabe. Laut einer Studie von Professor Bengtson, veröffentlicht im „Journal of Marriage and Family“, ermöglichen intergenerationelle Beziehungen die Weitergabe von Familienwerten, Traditionen und familiärer Erinnerung.
Das ist entscheidend, um die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes zu fördern und ihm ein gesundes Zugehörigkeitsgefühl zu vermitteln. Ein Lernen des Kontinuitätsgedankens, das Kindern hilft, ihre soziale und persönliche Identität aufzubauen.
Ein Faktor familiärer Stabilität
Mehrere Untersuchungen zeigen außerdem, dass Großeltern insbesondere in Zeiten familiärer Krisen – etwa bei Scheidungen, wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder Krankheit – eine besonders wichtige Rolle spielen. Eine in Child Development veröffentlichte Studie der Universität Oxford hat gezeigt, dass eine starke Beziehung zu den Großeltern die emotionale Belastung solcher stressigen Ereignisse bei Kindern verringern kann.
Die Forschenden konnten erneut belegen, dass Großeltern neben praktischer Hilfe auch emotionale Stabilität vermitteln. Das bestätigt die grundlegenden Erkenntnisse aus der größten Studie zum Glück der Universität Harvard, „Study of Adult Development/Grant Study“ : Menschliche Beziehungen seien der Schlüssel zu einem erfüllten und glücklichen Leben.
Vorteile auch für die Großeltern
Eine stabile intergenerationelle Beziehung wäre damit auch für ältere Menschen selbst vorteilhaft. In The Gerontologist veröffentlichte Forschungsergebnisse zeigen, dass Großeltern, die am Leben ihrer Enkelkinder beteiligt sind, häufig weniger soziale Isolation, eine bessere psychische Gesundheit und ein stärkeres Gefühl der Nützlichkeit aufweisen.
So profitieren beide Generationen von dieser Beziehung. Die wissenschaftlichen Studien laufen somit auf dieselbe Idee hinaus: Großeltern stellen eine wichtige emotionale, erzieherische und soziale Ressource im Familienleben dar. Ihre Präsenz kann das emotionale Wohlbefinden von Kindern fördern, den Familienzusammenhalt stärken und zur Weitergabe von Werten zwischen den Generationen beitragen.
Quellen
- Studie „School functioning of children in residential care: The contributions of multilevel correlates“, veröffentlicht im Journal of Family Issues;
- Studie „Beyond the nuclear family: The increasing importance of multigenerational bond“, im Journal of Marriage and Family;
- Studie „Grandparenthood and subjective well-being: Moderating effects of educational level“ in The Gerontologist;
- Website der École des Grands-Parents Européens.
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